Waisenhaus „JMJ“ für Mädchen in Trichy

Zwei der häufigsten Gründe warum Kinder in Indien in Heime kommen, sind die Armut ihrer Familie sowie körperliche und/oder geistige Beeinträchtigung der Kinder. Eine solche Beeinträchtigung führt oft zu einem Leben am Rande der Gesellschaft. Die Kinder werden nicht als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft gesehen und werden deshalb häufig von den Familien verstoßen.

Das „JMJ-Waisenhaus“ widmet sich Frauen und Mädchen, die aus diesen Gründen nicht bei ihren Familien leben. Hier in Trichy im Süden Indiens, leben derzeit über 30 Mädchen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen. Durch die Unterstützung der Paten wird ihnen eine ausgewogene Ernährung, eine passend zu ihren Fähigkeiten entsprechende Schule und medizinische Betreuung ermöglicht.

Neben den Mädchen, die im Heim wohnen, unterstützen wir auch Kinder in der Region die das Heim nur manchmal besuchen können. Solange die Familien intakt sind und deren gute Behandlung gewährleistet werden kann werden deren Familien von uns unterstützt. Wir zahlen in diesem Fall das Schulgeld und stellen den Familien Essen, Medizin und Hygieneartikel zur Verfügung.

Entwicklung

Wir haben mit der Kooperation im Frühjahr 2013 begonnen.

Seitdem hat sich Einiges getan. Zunächst konnte unsere langfristige Projektpartnerin Rosy die Vormundschaft für die Kinder übernehmen und sie somit von der Willkür ihrer Verwandten befreien.

Mittlerweile können wöchentliche Besuche eines Physiotherapeuten finanziert werden, der sich um eine gute physische Entwicklung der Mädchen kümmert. Auch Kinder, die nicht im Heim wohnen, können dadurch kostenlos behandelt werden. Wir freuen uns sehr, dass wir hier eine unserer bewegendsten Entwicklungen beobachten durften! Denn Mercy, ein Mädchen mit körperlicher und geistiger Beeinträchtigung, das seit ihrer frühen Kindheit im Heim wohnt, konnte durch die ausdauernde Behandlung das Laufen lernen und so Weihnachten 2014 das erste Mal aufrecht stehen.

Außerdem können inzwischen einige der Mädchen eine Spezialschule für Taube oder Blinde besuchen, andere gehen ins College oder besuchen die nahegelegene Dorfschule. Die Versorgungslage gestaltet sich trotz unserer Unterstützung leider immer noch schwierig, aufgrund des Mangels an sauberem Trinkwasser, Dürre, Schwankungen der Lebensmittelpreise und fehlender Verkehrsanbindung.